PND-Service (Personennamendatei)

Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

DARIAH-DE bietet mit dem DNB Personennamendatei REST Service ein Werkzeug an, mit dem sich PND-IDs schnell ermitteln lassen.

Die Personennamendatei der Deutschen Nationalbibliothek (PND) – seit April 2012 Bestandteil der umfassenderen Gemeinsamen Normdatei GND – wurde seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt und diente zunächst vor allem zur Vereinheitlichung der Ansetzungsformen von Autorennamen aus dem Kontext der Ermittlung von Titeldaten und deren VerfasserInnen in Bibliotheken. Dabei stand die Erstellung individualisierter Datensätze, die z. B. Personen des gleichen Namens eindeutig idenfizierten, im Mittelpunkt. Jedem Datensatz wurde eine neunstellige Zahlenkombination als Identifier zugeordnet, die sogenannte PND-Nummer. Im Zuge der Integration der PND in die GND wurden auf nunmehr 10-stellige IDs umgestellt.

Gründe für einen Personennormdatei-Service

Neben Orts- und geographischen Informationen stellen biographische und personenbezogene Informationen Daten dar, die in allen geisteswissenschaftlichen Disziplinen erhoben und verarbeitet werden, da sie per se einen interdisziplinären Charakter aufweisen und auf vielfältige Weise in unterschiedlichen Forschungskontexten verwendet werden können. Zugleich sind Personeninformationen eindeutig referenzierbar. Das grundsätzliche Problem besteht allerdings darin, dass oftmals Personennamen unterschiedlich geschrieben wurden und werden – abhängig vom historischen, sprachlichen, geographischen und zeitlichen Kontext – und dadurch z. T. höchst unterschiedlliche synonyme Namensschreibungen vorzufinden sind. Als Beispiel soll hierfür Johann Wolfgang von Goethe dienen, für den z. B. in der PND derzeit 67 synonyme Schreibweisen angegeben sind. Hier ist generell die Empfehlung auszusprechen, dass Personeninformationen prinzipiell auf Normdatensätze bezogen werden sollten. Nur dadurch ist gewährleistet, dass sie eindeutig referenzierbar werden und die beschriebenen Forschungsdaten interoperabel nachgenutzt werden können. Zudem wird die Datenqualität der Normdaten durch eine redaktionelle Betreuung sichergestellt. Die DNB legt beim Einrichten eines individualisierten Normdatensatzes auch die Ansetzungsformen von Namen fest; übliche unterschiedliche Schreibweisen (oder Pseudonyme) werden jedoch mit festgehalten.

Forschung

Alle Forschungsprojekte, die nicht nur auf Personen aus dem deutschsprachigen Raum referieren wollen, können einheitlich auf die VIAF-ID verweisen, da hier internationale Personeninformationen zu finden sind, andererseits sind die nationalen Nummerierungssysteme aber ohnehin in der VIAF mit abgelegt (diese ist also eine virtuelle Normdatei, die aus dem Abgleich von zurzeit 25 Normsystemen von 20 Partnern entsteht), so dass es auch völlig legitim ist, weiterhin die PND (bzw. GND) als ID zu benutzen.

Während viele Forschungs- bzw. Editionsprojekte aufgrund Lücken der PND interne Namensdateien führen, ist mit dem Personendaten-Repositorium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein erster Schritt zur Zusammenführung solcher Informationen auch im geisteswissenschaftlichen Kontext gestartet worden.

Die Daten des DARIAH-DE zur Verfügung gestellten Dienstes basieren zur Zeit auf einer eXist-Datenbank, die mit einem Abzug der PND-Daten gefüttert wurde. Die Instanz des PND-Services wird auch zum Zweck der Autovervollständigung von Personennamen genutzt (z.B. im TextGrid Metadaten-Editor). Die Nutzung des Services ist im öffentlichen DARIAH-DE-Wiki dokumentiert (Personennamendatei).

 

Möchten Sie diesen Dienst nutzen oder haben Sie weitere Fragen? Sie erreichen uns unter info@de.dariah.eu.

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