DARIAH-DE

Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities
 

DARIAH-DE supports the humanities and cultural sciences working with digital resources and methods in research and teaching.

For this purpose the association is developing a digital research infrastructure for tools and research data and is developing materials for teaching and further education in the field of digital humanities (DH).

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Working Paper Mai 2017

Zwei neue DARIAH-DE Working Papers sind gerade erschienen:

Die korpusorientierte Erfassung kolonialzeitlicher Wörterbücher und kulturwissenschaftlichen Forschung amerindischer Sprachen geht mit besonderen Problemstellungen einher. Die Textquellen sind multilingual und unstandardisiert verschriftet, die Lexikoneinträge morphologisch komplex und Bedeutungskorrelationen oft uneinheitlich. Die Überführung solcher Texte in maschinenlesbare Korpora setzt die orthographische Vereinheitlichung, morphologische Analyse und lexikalische Bedeutungszuordnung der Wortformen voraus, die sich als Analyseschritte nicht systematisch trennen lassen. Am Beispiel von kolonialen Wörterbüchern (Lexikographien) der Mayasprache K’iche’ wurdean der Abteilung für Altamerikanistik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn der Prototyp eines Annotationswerkzeugs entwickelt, das den Prozess von Transkription, Glossierung und Lemmatisierung im Rahmen eines halbautomatisierten Auszeichnungsverfahrens unterstützt. Ausgehend von diesem Prototyp soll in der XML-basierten Forschungsumgebung TextGrid ein digitales Werkzeug zur einheitlichen Erfassung kolonialer Lexikographien entstehen, die für die Auszeichnung vergleichbarer Wörterbücher zu anderen Sprachen nutzbar wird.

Im BMBF-geförderten Projekt eCodicology (2013-2016) sind unterschiedliche Verfahren erprobt worden, die ungewöhnliche Einblicke in das Medium ‘Buch’ verschaffen können. Die Grundlage hierfür boten große Mengen multidimensionaler bibliographischer Metadaten und Bildscans aus dem Virtuellen Skriptorium St. Matthias, in dem der ehemalige Handschriftenbestand der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier wieder zusammengeführt werden konnte. Vorliegendes Working Paper will Möglichkeiten eines quantitativen Zugangs zu elektronischen Handschriftenbeständen aufzeigen. Eingangs werden aus bibliothekarischer Sicht die wichtigsten Stationen und Konsequenzen der Retrodigitalisierung umrissen. Ein quantitativer Zugang kann zum Beispiel über das Visualisierungsframework CodiVis erfolgen, das für eCodicology entwickelt wurde und Möglichkeiten der intuitiven Erkundung historischer Daten zu den Kodizes bietet. Hauptaugenmerk des Textes liegt auf der visuellen Analyse digitalisierter Handschriftenseiten mithilfe von Bildmontagen nach dem Vorbild von Lev Manovich. Der Versuch einer Definition neuer Formen transdisziplinären Arbeitens, der auf den Erfahrungen der Projektarbeit beruht, rundet die Darstellung ab.

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