Beteiligte Projekte

Folgende DH-Projekte bauen auf die DARIAH-DE-Infrastruktur auf und / oder entwickeln diese weiter – z.B. durch die Erforschung neuer Methoden oder die Entwicklung neuartiger Anwendungen.

Beteiligte Partnerprojekte

Arbeitsgruppe Digitale Rekonstruktion

Die Arbeitsgruppe „Digitale Rekonstruktion“ ging aus der 1. Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (25.-28.03.2014, Universität Passau) hervor. Sie versammelt KollegInnen, die sich dem Thema digitale Rekonstruktion aus dem Blickwinkel der Architektur, Archäologie, Bau- und Kunstgeschichte sowie Computergraphik und Informatik verschrieben haben. Die Arbeitsgruppe bietet eine Plattform für einen Austausch und eine feste Etablierung der digitalen Rekonstruktion im Dienste einer Erfassung, Erforschung und Vermittlung kultureller und geschichtlicher Inhalte innerhalb der Digital Humanities. Vorrangiges Ziel ist es, die Akteure im deutschsprachigen Raum zusammenzubringen, um sich den Fragen der Begriffsklärung und der Arbeitsmethodik sowie der Dokumentation und Langzeitarchivierung von digitalen Rekonstruktionsprojekten zu widmen. Der Arbeitsgemeinschaft gehören ca. 55 Personen aus 33 Einrichtungen im deutschsprachigen Raum sowie 4 assoziierten Mitgliedseinrichtungen im europäischen Raum an.

Arbeitsgruppe Digitale Romanistik

Die Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ ist beim Deutschen Romanistenverband angesiedelt. Ihr Ziel ist es, die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung und die Anforderungen der Romanistik an digitale Datenbestände, Infrastrukturen, Ausbildungsmöglichkeiten, Förderstrategien und vieles mehr zu reflektieren und den Verband bei der Erarbeitung entsprechender Positionen und Strategien zu unterstützen. Außerdem ist die Arbeitsgruppe Ansprechpartner für KollegInnen, die Workshop-Angebote wahrnehmen möchten oder weiterführende Beratung suchen. In diesem Sinne kooperiert die Arbeitsgruppe auch mit dem Fachinformationsdienst Romanistik.

ARCHITRAVE

Im Rahmen des Projekts werden Berichte reisender deutscher Architekten und Diplomaten nach Frankreich über ein reich kommentiertes digitales Portal öffentlich zugänglich gemacht. Darin werden die Dokumente mehrschichtig mit textuellen und ikonographischen Materialien verlinkt. Die Fachkenntnisse französischer WissenschaftlerInnen zur Pariser und Versailler Kunst sollen mit denen deutscher WissenschaftlerInnen zusammengeführt werden, um computergestützte Untersuchungen der Reiseberichte anzufertigen. Die Ergebnisse sollen sowohl dem akademischen als auch dem breiteren Publikum innovative, nachhaltige Möglichkeiten zu ihrer Erforschung eröffnen.

a.r.t.e.s. EUmanities

a.r.t.e.s. EUmanities ist ein innovatives Förderprogramm der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne der Universität zu Köln zur Etablierung einer europaweit und international agierenden Graduiertenschule für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Finanziert wird das Programm von der Universität zu Köln und der Europäischen Union im Rahmen der Marie Sk?odowska-Curie Actions Actions (Horizon 2020). Ab April 2017 stehen im Rahmen von a.r.t.e.s. EUmanities jährlich zehn Fellowships für Early Stage Researcher mit einer Förderzeit von jeweils drei Jahren zur Verfügung, um jungen WissenschaftlerInnen vor dem Hintergrund der gegenwärtigen globalen Herausforderungen ideale Rahmenbedingungen für exzellente Forschung bieten zu können.a.r.t.e.s EUmanities übernimmt den „triple i“-Ansatz der Marie Sklodowska-Curie Actions und erweitert auf der Grundlage eines umfangreichen internationalen Netzwerks akademischer und außerwissenschaftlicher Partnerorganisationen das Promotionsstudium entsprechend im Hinblick auf die drei Dimensionen Internationalität, Interdisziplinarität und Intersektoralität.

Bibliothek der Neologie

Das DFG-geförderte Projekt Bibliothek der Neologie (BdN) erarbeitet zehn repräsentative Texte der Neologie. Dass die Bedeutung dieser spezifischen Form der Rezeption der Aufklärung im deutschen Sprachraum kaum zu überschätzen ist, verdeutlicht nicht zuletzt A. Beutels Beschreibung der Neologie als „reife Gestalt der deutschen Aufklärungstheologie“. Grundlage der Hybridedition, die kooperativ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen erstellt wird, ist die Erarbeitung von XML-Dateien in TextGrid, aus denen sowohl die Druckausgaben als auch die digitale Edition generiert werden.

 

CLiGS

CLiGS (Computergestützte literarische Gattungsstilistik) ist eine an der Universität Würzburg angesiedelte, vom BMBF geförderte Nachwuchsgruppe. Die Gruppe agiert an der Schnittfläche von Romanistik (insbesondere französische und spanische Literaturwissenschaften) und Informatik (insbesondere Text Mining und Machine Learning) und versteht sich als Teil der Digital Humanities. Übergreifendes Ziel der Gruppe ist es, grundlegende literaturwissenschaftliche Fragestellungen wie die nach der Beziehung von Stil und Gattung auf der Basis eigens erstellter, umfangreicher Textsammlungen und mit aktuellen, quantitativen Methoden der Textanalyse zu bearbeiten.

DESIR

DESIR steigert die Nutzung und Bekanntheit der in DARIAH entwickelten Werkzeuge und Dienste in der geisteswissenschaftlichen Forschungscommunity und trägt so zur Nachhaltigkeit digitaler Forschungsinfrastrukturen in den Geisteswissenschaften bei. Dazu werden Maßnahmen in sechs Dimensionen durchgeführt: Dissemination im Sinne einer verbesserten Wahrnehmung von DARIAH in den Geisteswissenschaften; Regionales Wachstum durch neue Partnerländer für DARIAH, Technologie, d.h. Weiterentwicklung von Werkzeugen und Diensten, Robustheit im Sinne von verbesserter Nachhaltigkeit durch erprobte Geschäftsmodelle, eine gezielte Marketingstrategie und eine leistungsfähige Organisationsstruktur, die Stärkung des Vertrauens in DARIAH insbesondere in den neuen Communities und das Angebot von Schulungs- und Trainingsaktivitäten.

Discuss Data

Mit Discuss Data entwickeln die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen eine interaktive Online-Plattform für die Diskussion von Forschungsdaten und deren Qualität. Dieser virtuelle Kommunikationsort rund um Forschungsdaten soll die interaktive Teilhabe und wissenschaftliche Diskussionen sowie Qualitätskontrolle durch die wissenschaftliche Fach-Community ermöglichen. Discuss Data ist als Schicht zwischen verteilten Repositorien und den wissenschaftlichen Nutzern konzipiert. Für Speicherung und Langzeitarchivierung werden das DARIAH-DE-Repository sowie perspektivisch die Humanities Data Centre Services genutzt.

EHRI

Das EHRI Projekt vereint die heterogenen und auf unterschiedliche Archive in Europa und darüber hinaus verteilten Quellen zum Holocaust und baut einen einheitlichen Holocaust-Forschungsraum auf. Dazu zählen die Errichtung von abgestimmten physischen Zugangsmöglichkeiten, ein virtueller Forschungsraum mit übergreifendem Zugang zu allen relevanten Forschungsdaten sowie die Erforschung von autoritativen Standards und Interoperabilitätsmechanismen.

Ein romantisches Netzwerk – Edition von Briefen der Marburger Konstellation um 1800

Ziel des TextGrid-Projekts ist die genetisch-kritische Hybridedition der Briefwechsel von Johann Heinrich Christian Bang mit Jacob und Wilhelm Grimm sowie mit Friedrich Carl von Savigny, dem Begründer der historischen Rechtsschule. Der Pastor Johann Heinrich Christian Bang aus Goßfelden bei Marburg war ein zentraler Knotenpunkt in einem dichten romantischen Briefnetzwerk, an dem die Brüder Grimm, die Brentanos und zahlreiche andere Literaten und Gelehrte der romantischen Bewegung teilhatten.

eLabour

Im Projektverbund eLabour haben sich vier soziologische Forschungseinrichtungen (SOFI Göttingen, ISF München, IfS Jena, sfs Dortmund) mit drei IT-Partnern (L3S Hannover, SUB und GWDG Göttingen) zusammengeschlossen, um ein Interdisziplinäres Zentrum für IT-basierte qualitative arbeitssoziologische Forschung aufzubauen. Das neue Zentrum wird seit Oktober 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes Digital Humanities gefördert. eLabour verfolgt einen konsequent interdisziplinären Ansatz, der den Aufbau einer virtuellen Forschungsinfrastruktur und die Entwicklung neuer IT-Werkzeuge mit arbeitssoziologischer Forschung verbindet. Inhaltliche und methodische Anforderungen der arbeitssoziologischen Sekundäranalysen und Technologien aus IT- und Informationswissenschaften werden systematisch zusammengeführt, um Lösungsansätze sowohl für sozialwissenschaftliche als auch für informationstechnologische Fragestellungen zu entwickeln.

ePoetics

ePoetics zielt auf eine Weiterentwicklung der eHumanities ab durch die Erprobung aktueller informationstechnologischer Methoden (sprachtechnologische Korpusanalyse, statistische Verfahren, Textmining, Visualisierung, Text- und Corpusviewing) am Beispiel eines für die Geisteswissenschaften zentralen Textkorpus: den Poetiken und Ästhetiken von 1770 bis 1960.

eResearch Alliance

Ziel der eResearch Alliance ist es, WissenschaftlerInnen mit technologischen und informationswissenschaftlichen Angeboten zu unterstützen, um sowohl bestehende Forschungsmethoden effizienter zu gestalten als auch neue Forschungsmethoden zu ermöglichen. Erste Themen, mit denen pilothaft der Aufbau eines eResearch-Verbunds umgesetzt wird, sind Forschungsdatenmanagement, bildgebende Verfahren (Visualisierung) und Objektsammlungen.

eTRAP

Wie und warum Textinhalte zitiert, paraphrasiert oder übersetzt worden sind, wird von der Nachwuchsgruppe „electronic Text Reuse Acquisition Project (eTRAP)“ erforscht. Ziel ist es, Methoden und Veränderungen der Wiederverwendung von Inhalten im jeweiligen Kontext aufzuzeigen. Wie variieren Stil und Ausdrucksform der Zitate und Übersetzungen, wenn sich zum Beispiel das Zielpublikum, die Gefühlslage oder der kulturelle Raum verändern, und was verraten diese Veränderungen über die Intention des Autors, ist eine der zentralen Forschungsfragen. Um die Prozesse der Wiederverwendung grundlegend zu analysieren, werden große Datensätze von Texten in Altgriechisch, Deutsch, Englisch, Italienisch und Latein ausgewertet. Das BMBF fördert die Nachwuchsgruppe im Rahmen ihres Programms zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der eHumanities.

Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel hat im Oktober 2017 den Aufbau des Fachinformationsdienstes Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft im Rahmen des DFG-geförderten Programms „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ übernommen. Ziel ist der auf den Spitzen- und spezialisierten Bedarf der WissenschaftlerInnen der betreuten und angrenzenden Disziplinen ausgerichtete Bestandsaufbau sowie die Entwicklung eines zentralen Nachweisportals. Die Portalentwicklung findet in enger Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig statt, die bereits ein Nachweisportal für den FID Kommunikations-, Medien- und Filmwissenschaft betreibt. Darüber hinaus soll ein nachhaltiges und attraktives Serviceangebot aufgebaut werden, das sich an den Anforderungen moderner Wissenschaftskommunikation orientiert und über das Portal bereitgestellt wird. Der FID BBI hat den Anspruch, die durch die Einstellung des Portals b2i entstandene Versorgungslücke zu schließen.

Fontanes Notizbücher

Die Hybrid-Ausgabe der unveröffentlichten Notizbücher von Theodor Fontane besteht aus zwei komplementären Teilen, die in abgestufter Weise die Materialität visualisieren und dokumentenorientierte, chronologische und teleologische Zugriffe ermöglichen. Die digitale Edition wird alle Notizbuchaufzeichnungen in synoptischer Darstellung von Digitalisat und diplomatischer Transkription sowie einen historisch-kritisch edierten Text mit textkritischem Apparat und Kommentaren veröffentlichen. Die philologische Editionsarbeit wird durch digitale Methoden und den Einsatz der Virtuellen Forschungsumgebung TextGrid maßgeblich unterstützt. Für die komplexen Anforderungen der Notizbuch-Edition werden die Dienste und Werkzeuge der Virtuellen Forschungsumgebung genutzt, angepasst und zum Teil weiterentwickelt.

FOR 1765

FOR 1765 erarbeitet eine normierte, anschlussfähige Datenbank, in der biographische, institutionelle, bibliographische und thematische Daten erfasst und untereinander verlinkt werden. Dabei werden Querverbindungen von Akteuren, Themen und Publikationen zum „Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland“ auf neue Weise aufgezeigt und erschlossen. Basierend auf dem von DARIAH-DE bereitgestellten Wiki-Tool „Confluence“ wird so eine EDV-gestützte „Kartierung“ des Protestantismus und seiner gesellschaftlichen Bezüge realisiert.

forText

Im Projekt forTEXT wird eine kollaborativ nutzbare Forschungsumgebung für Literaturwissenschaftler entwickelt. Im Zentrum stehen hierbei die beiden wichtigsten Aktivitäten der hermeneutischen Texterschließung: Textannotation und Textanalyse. forTEXT will damit vor allen Dingen traditionell arbeitenden LiteraturwissenschaftlerInnen einen direkten, niedrigschwelligen und funktionalen Zugang zu digitalen Methoden eröffnen.

Gelehrte Journale des Wissens im Zeitalter der Aufklärung

Seit dem Jahr 2011 werden im Rahmen des Projektes „Gelehrte Journale und Zeitungen als Netzwerke des Wissens im Zeitalter der Aufklärung“ die bedeutendsten deutschsprachigen VertreterInnen der fächerübergreifenden polyhistorischen Zeitschriften bibliographisch und inhaltlich erschlossen. Unter der Trägerschaft der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen wird mit dieser Datenbank bis zum Jahr 2025 ein Quellenfundus aus 323 Zeitschriften (ca. 2.775 Bände, ca. 1.260.000 Seiten) digital recherchierbar gemacht. Der Erschließungszeitraum reicht von 1688 bis 1815 und bildet damit zeitlich und inhaltlich das gesamte Spektrum der Gelehrten Journale und Zeitungen der Aufklärung ab. Die Datenaufnahmen bilden ein Spektrum verschiedener Artikeltypen ab, das von der Nachricht zu gelehrten Institutionen und Personen über die kurze Buchanzeige bis hin zur ausführlichen Rezension von wissenschaftlichen Publikationen zu jüngsten Entdeckungen und Forschungsergebnissen reicht. Auf diese Weise geben sie Auskunft über die Entwicklungen innerhalb der Welt des gelehrten und popularisierten Wissens des 18. Jahrhundert. Die Datenbank enthält neben den eigenen Aufnahmen auch die Datensätze von zwei älteren Projekten, deren Daten erfolgreich an das Datenschema angepasst wurden. Die Integration der Daten weiterer Projekte ist angedacht, um ein ‚Portal‘ der Zeitschriften des 18. Jahrhunderts aufzubauen.

Globale Forschung und imperiale Macht 

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 2015 geförderten Projektes „Globale Forschung und imperiale Macht: Das botanische Kommunikationsnetzwerk Nathaniel Wallichs (1786-1854)“ erarbeitet der Lehrstuhl für die Geschichte Nordeuropas an der CAU Kiel die Biographie des dänischen Botanikers Nathaniel Wallich und rekonstruiert sein globales Kommunikationsnetzwerk. Aus der Auswertung der tausende Briefe umfassenden Korrespondenz lassen sich Rückschlüsse über Dauer, geographische Verteilung und Intensität der Beziehungen zu den unterschiedlichen Kommunikationspartnern ziehen. Darüber hinaus sind qualitativ-inhaltliche Aussagen über den Ablauf der Kommunikation, über individuelle Karrierestrategien und Patronagestrukturen, über die Relevanz konfessioneller und nationaler Identitäten im multireligiösen und multinationalen nordindischen Umfeld genauso wie über die Institutionalisierung der Forschung möglich. Unter anderem mit Hilfe des Geo-Browsers von DARIAH-DE werden die gesammelten Daten visualisiert und hinsichtlich ihrer Intensität und ihrer globalen Verteilung ausgewertet.

Handschriftencensus

Ziel des Handschriftencensus ist die vollständige Erfassung der deutschsprachigen Handschriften des Mittelalters. Es geht um einen Bestand von rund 26.000 Textzeugen, die sich weltweit in mehr als 1.500 Bibliotheken befinden.

HIRMEOS

High Integration of Research Monographs in the European Open Science infrastructure (HIRMEOS) ist ein 30-monatiges, im Rahmen des Horizon 2020 Programms finanziertes EU-Projekt. HIRMEOS beabsichtigt, Sammlungen von passiven Dokumenten in angereicherte Inhalte umzuwandeln, indem sie mit verschiedenen Zusatzinformationen aus dem Bereich der Open-Science-Standards ergänzt werden, die deren Integration und Verknüpfung mit anderen wissenschaftlichen Informationen ermöglichen. Innovative Dienstleistungen für Monographien werden im Hinblick auf die vollständige Integration in die European Open Science Cloud entwickelt und die beteiligten Plattformen (OpenEdition Books, OAPEN Library, EKT Open Book Press, Ubiquity Press und Göttingen University Press) werden mit verschiedenen Tools ausgestattet. Diese ermöglichen die Identifizierung, Authentifizierung und Interoperabilität (über DOI, ORCID, Fundref), Information und Entity Extraction (INRIA (N) ERD), die Annotation von Monographien (Hypothes.is) sowie die Sammlung von Nutzungsdaten und alternativen bibliometrischen Kennzahlen. HIRMEOS wird auch die technischen Kapazitäten des Directory of Open Access Books (DOAB) bereichern, einen der wichtigsten Indizierungsdienste für Open Access Monographien weltweit, um automatisierte Informationen für die Integration von Monographien zu empfangen. Zugleich wird auch ein strukturiertes Zertifizierungssystem für den Peer-Review von Monographien entwickelt.

HistStadt4D

Digitalisate historischer Fotografien sowie digitale Planarchive und deren Nutzbarkeit zur geschichtswissenschaftlichen Forschung und quellenbasierten Vermittlung stellen ebenso wie spatiale Modelle historischer Objekte Kernthemen der eHumanities dar. Anhand stadt- und baugeschichtlicher Forschungsfragen und Vermittlungsanliegen zur Historie der Stadt Dresden sowie digitalen Bild- und Plandatenbeständen der Deutschen Fotothek adressiert das Vorhaben die Untersuchung und Entwicklung von methodischen und technologischen Ansätzen, umfangreiche Repositorien historischer Medien und Kontextinformationen räumlich dreidimensional sowie zeitlich zusammenzuführen, zu strukturieren und zu annotieren. Diese werden für WissenschaftlerInnen und Öffentlichkeit mittels eines 4D-Browsers sowie einer ortsabhängigen Augmented-Reality-Darstellung als Informationsbasis, Forschungswerkzeug und zur Vermittlung geschichtlichen Wissens nutzbar gemacht.

Humanities Data Centre

Das Humanities Data Centre HDC bietet als geisteswissenschaftliches Forschungsdatenzentrum eine nachhaltige Sicherung und Präsentation digitaler Forschung und ermöglicht deren Vernetzung und Nachnutzung. Darüber hinaus unterstützt das HDC die geisteswissenschaftliche Forschung durch Beratungs- und Schulungsangebote.

Klaus Mollenhauer Gesamtausgabe (KMG)

Klaus Mollenhauer (1928-1998) gilt als einer der bedeutendsten und prominentesten deutschen Erziehungswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Aktuell ist eine internationale Rezeption seines Spätwerks zu beobachten, während hierzulande seine Schriften teils nur noch antiquarisch aufzufinden sind. Dieses Desiderat soll durch eine textkritische und kommentierte Edition der Schriften Klaus Mollenhauers behoben werden. Die Edition der Schriften im Portal „Klaus Mollenhauer Gesamtausgabe – KMG“, ergänzt um Teile aus seinem Nachlass, wird von Arbeitsgruppen an den Universitäten Göttingen, Lüneburg und Osnabrück besorgt. Auf der Basis dieser Internet-Edition wird anschließend auch eine gedruckte Buchfassung mit Apparat erscheinen.

Kommentierte digitale Edition der Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578-1647)

Die Reiserelationen des Augsburger Kaufmanns und Agenten Philipp Hainhofer (1578–1647) werden in dieser digitalen Edition erstmals vollständig in Form von digitalen Faksimiles der Handschriften und als Volltext vorgelegt und mit umfangreichen kritischen Apparaten und Sachkommentaren in Text und Bild versehen. Die erste Projektphase bis 2020 umfasst die zwischen 1603 und 1636 entstandenen Beschreibungen seiner fünf Reisen an den Münchner Hof. Anschließend sollen in einem zweiten Abschnitt bis 2023 die Reisen nach Nürnberg, Regensburg, Neuburg, Heidelberg und Stuttgart, daraufhin die Reisen nach Stettin, Innsbruck und Dresden herausgegeben werden. Die letzte Projektphase wird das Reisetagebuch der Studien- und frühen Erwachsenenjahre sowie einige kleinere Kuraufenthalte zum Thema haben. Der Abschluss des von der DFG geförderten Langfristvorhabens ist für 2029 vorgesehen. Über diese bereits seit Langem gewünschte komplette Tiefenerschließung von Hainhofers Reiserelationen hinaus dient das Projekt zudem zwei weiteren geisteswissenschaftlichen Leitzielen. Dies sind zum einen eine Schärfung der Frage nach Funktion und Bedeutung kultureller Vermittlung und Übersetzung in einem innereuropäischen Raum in Zeiten erhöhter politischer und konfessioneller Auseinandersetzungen, zum anderen der Versuch eines erneuerten Ansatzes von Interdisziplinarität, bei dem unterschiedliche Fachrichtungen in gleichen Maßen integriert sind.

mainzed

Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) bündelt die digitalen Kompetenzen in den Geistes- und Kulturwissenschaften am Wissenschaftsstandort Mainz. Gemeinsam werden Forschungsvorhaben konzipiert und durchgeführt, deren Ergebnisse, Entwicklungen und Erfahrungen anschließend allen Partnern zur Verfügung stehen. Partner im mainzed sind: die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, die Hochschule Mainz, das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität e.V., die Johannes Gutenberg-Universität, das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und das Römisch-Germanische Zentralmuseum mit dem Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie.

POSTDATA

UNED is the National Distance Teaching University in Spain, a public university established in 1972 with a long tradition in teaching and research. UNED hosts LINHD www.linhd.es, the first Digital Humanities centre in Spain. Founded by Elena González-Blanco in 2014, LINHD has rapidly made a name for itself with a series of high-profile projects, most recently the ERC Starting Grant: POSTDATA („POetry STandardization and Linked Open DATA“, ERC-STG-679528) , and Evilinhd (A virtual Research Environment for Digital Humanities Projects), funded by the Spanish National Ministry, among other projects. It has been recognized together with the UPV and UPF Universities as a CLARIN-K Knowledge center, and LINHD is in charge of organizing the DayofDH since 2015, the first time it was held outside of North America. The lab was created as an interdisciplinary centre with a strong research and training focus. It already gives support and manages seven Digital Humanities Projects and offers a wide range of training programs, with a special focus on digital edition, digital libraries and semantic web technologies and also an annual DH Summers School.

PROPYLÄEN

Die PROPYLÄEN bieten Zugänge zu Goethes Biographica. Die Tagebücher, der Briefwechsel und die Zeugnisse der Begegnungen und Gespräche werden neben den traditionellen Buchausgaben erstmals digital auf einer gemeinsamen Plattform präsentiert. Das Projekt verfolgt zwei Ziele:Erstens die Fortführung und den Abschluss der am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar erarbeiteten historisch-kritischen Ausgaben von Goethes Tagebüchern (GT) und Briefen (GB), der Regestausgabe der Briefe an Goethe (RA) sowie der Ausgabe von Goethes Begegnungen und Gesprächen (BG). Zweitens den Aufbau einer digitalen Forschungsplattform, in dem sämtliche in den Editionen erschlossenen Texte, Kommentare und Register zusammengeführt und miteinander verknüpft werden. Die Plattform wird frei über das Internet zugänglich sein. Über die Inhalte der gedruckten Ausgaben hinaus wird sie die Faksimiles sämtlicher überlieferten Handschriften zu Goethes Biographica enthalten sowie erstmals auch die vollständigen Transkriptionen der Briefe an Goethe. Die NutzerInnen erhalten so die Möglichkeit, die präsentierten Quellen samt ihrer Kommentierung differenziert zu durchsuchen und die Ergebnisse nach eigenen Bedürfnissen zu strukturieren. Die Informationsarchitektur der Plattform ist offen angelegt, so dass ergänzend autobiographische Texte Goethes sowie weitere digitale Ressourcen, Quellen- und Referenzwerke integriert werden können.

Religiöse Friedenswahrung und Friedensstiftung

Mit der Quellenedition wird erstmals die Textbasis bereitgestellt, um die Grundlagen vormoderner Friedensstiftung in Religionsfragen in ganz Europa vergleichend zu erforschen. Die Edition soll die Zeitspanne von 1529, dem ersten Kappeler Landfrieden, bis 1788, dem sog. Woellnerschen Religionsedikt, umfassen. In den ca. 50 Religionsfrieden wurden Strategien und Mechanismen entwickelt, um nach Aufbrechen der religiösen Einheit im Gefolge der Reformation und zahlreichen Religionskriegen zu einem kooperativen Ausgleich oder zumindest zu einer Koexistenz der sich bildenden Konfessionen zu kommen. Mit der digitalen Quellenedition werden Texte in ihrer damals zuerst veröffentlichten Form (Erstdrucke) zugänglich gemacht, anhand derer es überhaupt erst möglich wird, Vielfalt und Eigenart frühneuzeitlicher Religionsfrieden interdisziplinär zu analysieren. Auf dieser Grundlage lassen sich politische, juristische und theologische Verhandlungsprämissen und Argumentationsmuster, die Differenzerfahrungen der beteiligten Konfliktparteien und die für eine friedliche Koexistenz entwickelten Lösungswege in ihrer Kontextgebundenheit und Interdependenz erkennen.

Das Sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas

Der Sachsenspiegel Eikes von Repgow (um 1225) und das berühmte Stadtrecht von Magdeburg bilden neben dem römischen und kanonischen Recht gemeinsame Grundlagen mittel- und osteuropäischer Rechtsordnungen. Zeitgleich mit dem EU-Beitritt mehrerer osteuropäischer Länder im Jahr 2004 nahm dieses kulturgeschichtlich wie interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig seine Arbeit auf. Es ist der Verbreitung des Sachsenspiegels und des Magdeburger Stadtrechts in den Ländern Ostmitteleuropas (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Weißrussland) unter Berücksichtigung der rechtlichen und sprachlichen Prozesse gewidmet. Unter Einbeziehung der laufenden einschlägigen Forschungen in den genannten Ländern wird im Ergebnis die Rezeption des Sächsisch-magdeburgischen Rechts in Ostmitteleuropa in handbuchartigen Publikationen dargestellt und rechts- sowie sprachgeschichtlich untersucht. Neben seiner wissenschaftlichen Ausrichtung will das Vorhaben einen Beitrag zur Hervorhebung kulturgeschichtlicher Gemeinsamkeiten in einem modernen Europa leisten. Die bislang nur gedruckten Arbeitsergebnisse sollen für die digitale Nutzung aufbereitet, aber auch Untersuchungen zu spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtstexten mit den Methoden der parallelen und diachronen Korpuslinguistik in diesem Arbeitsumfeld durchgeführt und präsentiert werden. Bislang ist die Projektbibliographie (www.magdeburger-recht.org/smr) online zugänglich; eine Datenbank der Rechtsbücherhandschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie mehrsprachige Verzeichnisse ausgewählter Rechtstermini werden folgen.

Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya

Das Langzeitprojekt „Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste ist an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn angesiedelt. Ziel ist die Erforschung der Hieroglyphenschrift der vorspanischen Mayakultur, die zwischen 500 v. Chr. und 1500 n. Chr. auf dem Gebiet der heutigen Staaten Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras verwendet wurde. Zu diesem Zweck erschließt das Forschungsvorhaben erstmals alle auf den rund 10.000 erhaltenen Schriftträgern abgebildeten Hieroglyphen des Klassischen Maya in maschinenlesbarer Form, unter Angabe der originalen Hieroglyphenschreibung, Umschrift, Übersetzung und Rahmeninformationen. Damit verbunden ist die detaillierte Erfassung einer hohen Anzahl an nicht-textuellen Maya-Artefakten, unter anderem mithilfe hochauflösender 3D-Scans, die zur wissenschaftlichen Nachnutzung verfügbar gemacht werden. Durch den Aufbau einer korpusbasierten Datenbank und eines umfassenden Wörterbuchs soll nicht nur die Basis für ein systematisches Verständnis der Struktur des klassischen Maya gelegt, sondern auch ein substanzieller Beitrag zur vergleichenden Schriftforschung geleistet werden.